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Erläuterungen




Anmerkungen zum Notizen-Projekt


Es war eine spontane Idee im Frühjahr 2000, also lange vor der Blog-Mode. Wieso nicht einen Teil der Beschäftigung mit Büchern bzw. Themen online dokumentieren? Wieso nicht interessante Informationen zur Verfügung stellen? Was mich einige Zeit zögern ließ, war der exhibitionistische Beigeschmack der Angelegenheit. Schließlich war ich nie ein Freund der öffentlichen Privatheit, wie sie exzessiv in den diversen Medien praktiziert wird. Die Idee eines Online-Tagebuchs steht mir nach wie vor denkbar fern.
Der Umsetzung des Vorhabens musste also ein Konzept zu Grunde liegen, das diesen Tendenzen widerspricht. Privates wird in den Notizen deshalb folgerichtig völlig ausgespart, es beschränkt sich jeweils auf das Faktum, ein Buch gelesen, eine Theateraufführung oder Ausstellung besucht zu haben. Information & (manchmal polemisches) Urteil steht im Vordergrund. Die Zahl der Zugriffe haben sich inzwischen bei ca. 10.000 pro Monat eingependelt, angesichts der "esoterischen" Themenauswahl ein für mich überraschendes Ergebnis. Danke an alle "regulars" an dieser Stelle. Zu vermelden ist außerdem ein explizites Lob der Neuen Zürcher Zeitung.

Für das Projekt sprach auch, dass es nur wenige private Seiten gibt, die sich ausschließlich mit kulturellen und wissenschaftlichen Themen im engeren Sinn auseinandersetzen. Es steht hier also nur das auf dem Programm, was heutzutage gerne abfällig als Hochkultur bezeichnet wird. Das schließt für mich die Naturwissenschaften naturgemäß ebenso ein, wie es alles ausschließt, was gerne wohlwollend mit dem Terminus Popkultur belegt wird, weil ich die Beschäftigung damit (1) für Zeitverschwendung halte und (2) die beliebige semantische Dehnung des Kultur- und Kunstbegriffs ästhetisch & erkenntnistheoretisch fragwürdig ist, auch wenn sich diese Dehnungsübungen in akademischen Kreisen immer noch größter Beliebtheit erfreuen.

Die Bezeichnung Notizen ist bewusst gewählt, d.h. das Datum bezieht sich immer auf das Schreiben des Beitrags, nicht auf den Zeitpunkt der Rezeption, es handelt sich also definitiv nicht um ein Tagebuch :-)
Außerdem wird dadurch ein Unterschied zu traditionellen Weblogs verdeutlicht: Ein Blog verweist in der Regel auf Artikel, die online zu finden sind. Ich will mir aber meine Quellen nicht durch das Vorhandensein in einem Medium vorschreiben lassen und werde deshalb regelmäßig über Texte berichten, die nur in gedruckter Form vorliegen. Die Zahl der Links halten sich ebenfalls in Grenzen, traue ich doch meinen Lesern die selbständige Verwendung von Google ohne weiteres zu :-)

Es ist möglich, auf einzelne Tageseinträge zu verlinken. Das Format sieht z.B. folgendermaßen aus: http://www.koellerer.de/q2-2004.html#TTMMJJ. Um auf den 18. April 2004 zu verlinken also: http://www.koellerer.de/q2-2004.html#180404.

Im folgenden finden sich noch einige Erläuterungen über Quellen, die ich regelmäßig benutze, schlicht weil ich von deren Qualität überzeugt bin und mir keine besseren Alternativen bekannt sind.


Die Fähigkeit seine Muße klug auszufüllen, ist die letzte Stufe der persönlichen Kultur.

(Bertrand Russell)


The New York Review of Books

Entdeckt habe ich die NYRB erst ziemlich spät, 1996 um genau zu sein. Meiner Meinung nach handelt es sich weltweit um die beste Zeitschrift zu intellektuellen Themen, im deutschsprachigen Raum gibt es leider nichts vergleichbares. Ansatzweise die eine oder andere Buch-Zeitschrift. Aber halb- oder vierteljährliche Erscheinungstermine, können mit den 20 NYRB-Ausgaben nicht konkurrieren.
Dabei ist das Rezept denkbar einfach: Man nehme die besten Fachleute zu einem Thema, gebe ihnen viel Platz, und mache keinerlei Kompromisse bezüglich der Qualität. Die meisten Artikel beschäftigen sich mit einem oder mehreren Büchern. Diese sind aber meist nur der Ausgangspunkt für eine intensive und kompetente Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Fachgebiet. Nach der Lektüre weiß man nicht nur vieles über die Neuerscheinung, sondern ist allgemein über die aktuelle Forschung darüber orientiert.
Die Themenführerschaft der NYRB erschließt sich regelmäßigen Lesern dadurch, dass nicht selten längere Zeit nach Erscheinen, bestimmte Themen in den deutschsprachigen Feuilletons auftauchen, oft auch mit expliziter Bezugnahme.
Das Themenspektrum ist weit, Naturwissenschaftler kommen ebenso zu Wort wie politische Publizisten. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf diversen (hoch)kulturellen Themen.

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Philosophy and Literature

Eine der bemerkenswertesten Zeitschriften ihrer Art, vor allem da sie unbeeindruckt von Theoriemoden an gewissen erkenntnistheoretischen Standards festhält, die andere Publikationen längst zeitgeistig über Bord geworfen haben, man denke nur an die Sokal-Affäre: Eine angesehene Zeitschrift, "Social Text", druckte einen bewusst als unsinnig verfassten Aufsatz ab, nur weil er scheinbar die eigene Ideologie bestätigte.
Die Zeitschrift erscheint zweimal jährlich in der John Hopkins University Press (Abo: $33) und wird von Denis Dutton herausgegeben, der in Neuseeland lehrt, und einem größeren Kreis durch die Begründung des besten intellektuellen Portals bekannt wurde: Arts and Letters Daily.
Erwähnenswert ist noch die anspruchsvolle Mailingliste, die als Ergänzung der Zeitschrift entstand, und eine der anspruchvollsten ist, die ich bis jetzt endeckte, PHIL-LIT.


Journal of the History of Ideas
An International Quarterly Devoted to Intellectual History


Viel zu wenig im deutschsprachigen Raum gelesen wird dieser wohlfeile Klassiker unter den Zeitschriften für Geistesgeschichte. Viermal jährlich erscheint ein Heft mit wichtigen Aufsätzen zum Thema samt einer ausführlichen Liste mit neuen Büchern.
Der Eigenbeschreibung kann man wenig hinzufügen:

    The Journal of the History of Ideas examines the evolution of ideas and their influence on historical developments. An interdisciplinary publication, JHI covers several fields of historical study including the history of philosophy, literature, the natural and social sciences, religion, the arts, and culture in general. As the official publication of the Society for the History of Ideas, JHI promotes greater collaboration among scholars in all provinces of cultural and intellectual history.



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